1. Februar 2023

Western Union nimmt Überweisungen nach Kuba wieder auf

Der US-Finanzdienstleister Western Union führt seit kurzem wieder Überweisungen nach Kuba durch. Die Wiederaufnahme geschieht zwei Jahre, nachdem das Unternehmen in Folge von US-Sanktionen sämtliche Büros auf der Insel schließen musste. Wie die Firma bestätigte, hat jetzt ein Pilotprojekt in Florida begonnen.

„Es ist uns eine große Freude, die Wiederaufnahme unserer Aktivitäten im Rahmen einer anfänglichen Testphase bekannt zu geben. Diese umfasst ausgehende Überweisungen aus den USA an Kunden mit kubanischen Bankkonten durch ausgewählte Agenturen in den USA“, erklärte die Präsidentin von Western Union in Nordamerika, Gabriella Fitzgerald, gegenüber der Zeitung Miami Herald.

Geldsendungen von Familienangehörigen und Freunden aus dem Ausland waren bis 2020 die zweitgrößte Devisenquelle des Landes. Mit der Einstellung von Western Union mussten Geldsendungen aus den USA über Umwege wie direkte Mitnahme von Bargeld durch Dritte abgewickelt werden.

Im Moment sind Überweisungen von etwa 20 Orten in Florida aus möglich. Die maximale Transaktionssumme beträgt 2.000 US-Dollar. Wann weitere Optionen für Western Union-Überweisungen hinzukommen werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Die häufig genutzte Variante der Überweisung per App ist im Falle Kubas noch nicht verfügbar.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte das Kuba-Geschäft der Firma im November 2020 mit neuen Sanktionen gegen den vom kubanischen Militär geführten Finanzdienstleister Fincimex zum Erliegen gebracht. Fincimex war vorher jahrzehntelang der wichtigste Partner von Western Union auf der Insel.

Im Zuge der Ankündigung minimaler Lockerungsschritte durch die Regierung von Joe Biden am 16. Mai 2022 wurden auch die Überweisungslimits wieder aufgehoben. Kuba hatte zuvor mit Orbit S.A. eigens einen neuen staatlichen Finanzdienstleister geschaffen, der nicht mit dem Militär verbunden ist.

Überweisungen können derzeit auf Konten der kubanischen Banken Banco Popular de Ahorro, Banco Metropolitano S.A. und Banco de Crédito y Comercio empfangen werden. Die Gebühren liegen laut Angaben des Unternehmens bei acht Dollar bei einer Summe von 100 Dollar, beziehungsweise 26 Dollar bei einem Betrag von 1.000 Dollar.

Die in Havanna ansässige Banco Metropolitano kündigte gestern indes neue Obergrenzen bei Geldabhebungen und Überweisungen an. So dürfen natürliche Personen ab sofort nur noch 120.000 Pesos oder 5.000 Dollar pro Monat abheben. Das Limit pro Überweisung liegt bei 80.000 Pesos oder 1.000 Dollar. Einkäufe und Transaktionen mit juristischen Personen sowie Geschäftskonten von Unternehmen sind von den Limits nicht betroffen. Zudem können größere Beträge im Einzelfall angemeldet werden. Mit dem Schritt soll internationalen Abkommen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung Rechnung getragen werden, erklärte die Bank in einer Stellungnahme. (Amerika21)

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