Corona-Virus: Kuba aktualisiert Krisenpläne, bisher acht Verdachtsfälle auf der Insel

Pflegepersonal im IPK in Havanna (Quelle: Cubadebate)

Der Ministerrat in Kuba hat am vergangenen Donnerstag die Aktualisierung der Pläne zur Vorbeugung und Kontrolle des Corona-Virus beschlossen. Bisher gab es acht Verdachtsfälle auf der Insel, die sich als negativ herausgestellt haben. Dennoch müssten nun „alle organisatorischen Maßnahmen ergriffen werden, um angemessen vorbereitet zu sein“, erklärte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel. Die im Januar in Kraft gesetzten Präventionsrichtlinien seien aufgrund der neuen Gefährdungslage nicht mehr aktuell.

Damals wurden neue Kontrollmaßnahmen an Häfen, Flughäfen und den Küsten des Landes eingeführt und sanitäre Maßnahmen verstärkt. Jetzt soll das kubanische Gesundheitswesen noch gezielter auf einen möglichen Ausbruch des Covid-19-Erregers vorbereitet werden, da „wegen der Lage auf dem amerikanischen Kontinent eine Gefahr für das Land besteht“, wie Díaz-Canel betonte. Inzwischen sind elf Staaten auf dem amerikanischen Kontinent betroffen, darunter die USA mit 213 Fällen, gefolgt von Kanada (57) und Brasilien (19 Fälle). Der erste Corona bedingte Todesfall in Lateinamerika ereignete sich am 8. März in Argentinien.

In Kubas neuem Katastrophenplan spielen neben den Familienarztpraxen auch die politischen Massenorganisationen eine große Rolle. Sie sollen im Falle eines Ausbruchs die Bevölkerung informieren und eventuelle Quarantänemaßnahmen überwachen. Dabei müsse „Verunsicherung beseitigt und die Bevölkerung aktiv in die Umsetzung des Plans eingebunden werden“, forderte Díaz-Canel. Doch noch ist es nicht soweit. Damit es weiterhin keine Fälle auf Kuba gibt, sind Ärzte angehalten, bekannte Fälle von Atemwegsinfektionen besonders gründlich zu beobachten. Teil der Prävention ist auch eine Ende Februar erschienene App, die auf der Seite des Gesundheitsministeriums kostenlos heruntergeladen werden kann und die über das Virus informiert. In den kommenden Tagen sollen drei Krisentreffen mit Vertretern von Regierung, Gesundheitsbehörden und Streitkräften jeweils für den die östlichen, den zentralen und den westlichen Teil des Landes stattfinden. Hierbei sollen neben der Ausweisung und Überprüfung der vorgesehenen Isolationszentren auch neue Instruktionen für die präventive Arbeit der Familienärzte erörtert werden. Die erste Sitzung fand bereits am Samstag in der östlichen Provinzhauptstadt Holguín statt.

Auf Kuba wird im Fall eines Ausbruchs das Zentrum für Tropenmedizin „Pedro Kourí“ (IPK) in Havanna den größten Einzelbeitrag zur Isolation und Behandlung von Corona-Patienten leisten. Dort wurden auch die acht bisherigen Verdachtsfälle behandelt. Das IPK kann auf Erfahrungen bei der Kontrolle von Krankheiten wie Dengue, Zika und Cholera verweisen, von denen es in den vergangenen Jahren Ausbrüche in Kuba gab. „Unser Zentrum ist vorbereitet und hat die notwendigen Einrichtungen zur Diagnostik“, erklärte IPK-Direktor Manuel Romero Placeres gegenüber dem Nachrichtenportal „Cubadebate“. Das Personal des Zentrums sei geschult worden und verfüge über entsprechende Schutzausrichtung.

Mit dem neuen epidemiologischen Präventions- und Kontrollplan will Kuba nicht nur für Corona sondern auch alle künftigen Epidemien besser vorbereitet sein. Bereits seit Ausbruch der Epidemie in China tauschen sich Kubas Behörden eng mit ihren Kollegen in der Volksrepublik aus. Dort wird inzwischen auch ein erstes Medikament aus Kuba zur Behandlung von Corona-Patienten eingesetzt. Nach den letzten Zahlen wurden am Sonntag weltweit 109.618 Corona-Fälle gemeldet, davon 80.699 in China. Insgesamt sind bislang 3.801 Personen an dem Virus gestorben.

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