8. Dezember 2022

Knapp 6000 KMU auf Kuba

Kubas Wirtschaftsministerium hat am Mittwoch 101 neue kleine und mittlere Unternehmen (KMU) genehmigt. Damit zählt Kuba etwas mehr als ein Jahr seit Inkrafttreten der neuen KMU-Gesetze vom September 2021 heute 5985 KMU mit 102.226 Beschäftigten. Bis auf 72 staatliche KMU und 59 Kooperativen sind alle neuen Akteure Privatunternehmen. Seit dem letzten Update auf „Cuba heute“ vom April 2022 hat sich ihre Anzahl verdoppelt.

52 Prozent stellen Umwandlungen bestehender Geschäfte dar, 48 Prozent sind Neugründungen. Selbstständige mit mehr als drei Angestellten hatten bis zum 20. September Zeit, in die neue Rechtsform überzugehen. Die Liste (PDF) der jüngst gegründeten KMU fällt divers aus und reicht von Restaurants, Agrarhandelsbetrieben über Bauunternehmen bis hin zu Textilfabriken und Architektenbüros. 139 sind Teil von Lokalentwicklungsprojekten, während 13 im Inkubator des 2020 eröffneten Technologieparks von Havanna entstanden sind.

Joghurts des KMU „Lácteos Rojas“ (Quelle: Cubadebate)

In der privaten Lebensmittelindustrie war in den letzten Monaten eine Tendenz zur Professionalisierung erkennbar. Immer mehr Betriebe versuchen sich über die Verzahnung mit dem Agrarsektor im Handel zu etablieren. Dabei hilft die laufende Öffnung des Außenhandels, womit neben Exporten auch der Import moderner Verpackungsmaterialien möglich wird. Ein Beispiel hierfür ist die Firma „Lácteos Rojas“ aus der Provinz Mayabeque, die Joghurt und andere Milchprodukte herstellt.

KMU können auf Kuba bis zu 100 Personen beschäftigen und operieren (sofern sie keine Kooperativen sind) unter der Rechtsform einer „Sociedad de responsabilidad limitada“ (SRL), die in etwa einer deutschen GmbH entspricht. Damit sind neben einem deutlich attraktivieren Steuersystem und Haftung über das Firmeneigentum auch neue Möglichkeiten für Allianzen mit dem Staatssektor und ausländischen Investoren verbunden. Gründungen sind erstmals in sämtlichen Branchen mit Ausnahme einer 112 Punkte umfassenden Negativliste möglich.

Nach der letzten regionalen Aufschlüsselung vom Oktober befinden sich mit Abstand die meisten KMU in der Hauptstadt Havanna, dicht gefolgt von der östlichen Provinz Granma. 23,1 Prozent zählen zu den Mikrounternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, 50,1 Prozent fallen in die Kategorie Kleinunternehmen mit 11 bis 35 Angestellten während es sich bei 26,8 Prozent um mittlere Unternehmen mit 36 bis 100 Angestellten handelt.

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