24. Februar 2024

Neue Bank und Baumarkt aus Spanien in den Startlöchern

Im Vorfeld der Sommersitzung des kubanischen Parlaments wurden wieder einige Neuigkeiten aus der Wirtschaft bekannt. Eine davon betrifft den Bereich ausländische Investitionen im Handel. Seit letztem August sucht die Insel nach Investoren, um den Groß- und Einzelhandel inmitten der aktuellen Wirtschafts- und Versorgungskrise zu erweitern. Offenbar sind einige Verträge mit Unternehmen aus Spanien und Italien zustande gekommen. Der ursprüngliche Zeitplan bis Mai konnte zwar nicht gehalten werden – jetzt scheint allerdings Bewegung in die Sache zu kommen.

Wie Außenhandelsministerin Betsy Díaz Velázquez am Dienstag gegenüber einer Arbeitskommission des Parlaments ankündigte, seien mittlerweile 10 Verträge unter Dach und Fach: fünf zur Gründung von Joint-Ventures, drei internationale Wirtschaftsassoziationen im Großhandel und zwei Projekte, die beide Modalitäten nutzten.

So hat das spanisch-kubanische Baumarkt Joint-Venture Gran Ferretero S.A., das sich vergangenen Oktober als erstes gegründet hatte (Cuba heute berichtete), vor kurzem den Betrieb in kleinem Maßstab aufgenommen. Der Verkauf beschränkt sich auf den Großhandelsbedarf und richtet sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Im September soll das Unternehmen FAIBUS S.A. folgen, das sich dem Verkauf von Lebensmitteln, Hygieneprodukten und Haushaltswaren widmet.

Insgesamt gab es seit der Öffnung des Groß- und Einzelhandels 43 Besuche von Investoren aus 15 Ländern. Wie Díaz Velázquez einräumte, lief trotz der Wichtigkeit, die die Regierung dem Thema beimisst, nicht alles rund: „Verzögerungen bei den Verfahren, Trägheit bei der Einschreibung von Eigentumsverhältnissen der Immobilien, mangelnde Vorerfahrung und Ungewissheit über die Effektivität des Finanzierungsplans“ nannte die Ministerin als wesentliche Probleme.

Zumindest in Bezug auf die Finanzierung könnte sich die Situation bald verbessern: Zum ersten Mal seit längerer Zeit wird wieder eine ausländische Bank auf Kuba Fuß fassen. Die Banco Cooperativo Alto Cedro S.A. hat diese Woche grünes Licht für ihre Konstituierung erhalten. Sie wird als 100 Prozent ausländisches Tochterunternehmen der Madrider Firma Alto Cedro Finanzas Internacionales, S.L. operieren, das seit 2020 in Kuba etabliert ist. Alto Cedro wiederum gehört zur spanischen Santander-Bank, die bereits 1947 erstmals eine Filiale in Havanna eröffnet hat.

Wie aus dem Gesetz über die Einschreibung hervorgeht (PDF), handelt es sich bei Alto Cedro um vollwertiges Finanzinstitut, das die staatlich dominierte kubanische Bankenwelt ergänzen soll: So darf die Bank unter anderem Konten in Landes- und Fremdwährung führen, Darlehen und Wertpapiere ausgeben, Schulden, Bürgschaften und Garantien verwalten sowie Versicherungen anbieten und Machbarkeitsstudien durchführen. Die „Finanzierung von Exporten und Investitionen unter Nutzung verschiedener Modalitäten“ wurde explizit als Teil des Geschäftsmodells aufgeführt. Auch Verträge mit dem Privatsektor sind möglich – allerdings nur nach vorheriger Autorisation durch die kubanische Zentralbank.

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2 Gedanken zu “Neue Bank und Baumarkt aus Spanien in den Startlöchern

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