Fidel Castro Díaz-Balart stirbt mit 68 Jahren

Fidel Castro Díaz-Balart (Quelle: 14ymedio)

Fidel Castros ältester Sohn ist am gestrigen Donnerstag im Alter von 68 Jahren gestorben. Wie kubanische Medien berichteten, nahm sich Fidel Castro Díaz-Balart nach einer schweren Depression das Leben. Der Nuklearphysiker, der im Volksmund auch „Fidelito“ genannt wurde, war zuletzt als wissenschaftlicher Berater der Regierung und Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften tätig.

„Castro Díaz-Balart, der von einer Gruppe von Ärzten über mehrere Monate hinweg aufgrund schwerer Depressionen betreut wurde, nahm sich am heutigen ersten Februar das Leben“, berichtet das Nachrichtenportal „Cubadebate“ am Donnerstagabend. „Seine Beerdigung wird nach dem Wunsch seiner Familie gestaltet.“

Fidel Castro Díaz-Balart wurde im Jahr 1949 geboren und war der älteste Nachkomme des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro Ruz. Er stammt aus dessen erster Ehe mit der Philosophiestudentin Mirta Díaz-Balart. Nach der Scheidung im Jahr 1955 nahm Castro seinen Sohn aus dem Exil wieder mit nach Kuba.

Díaz-Balart studierte Physik in der Sowjetunion mit Spezialisierung auf Teilchenphysik. Zwischen 1980 und 1992 leitete er als Chef der neu geschaffenen kubanischen Atomaufsicht den Bau des Kernkraftswerks von Juraguá, Cienfuegos, welches aufgrund der Auflösung der Sowjetunion niemals fertiggestellt wurde. In späteren Jahren wurde er zum wissenschaftlichen Berater des Staatsrats und arbeitete bis zuletzt als Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften.

Der ehemalige britische Botschafter in Havanna, Paul Hare, beschrieb Díaz-Balart als „eher nachdenklich als neugierig in Bezug auf die Welt außerhalb Kubas“ und „etwas ermüdet als Castro anstatt als er selbst gesehen zu werden“, so Hare gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zuletzt berichteten Kubas Medien im vergangenen Sommer über einen Besuch Díaz-Balarts in Russland, wo dieser sich im Rahmen der „Expo Astana“ mit erneuerbaren Energien beschäftigte.

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Die Revolution und ihre Streichhölzer

Kubas Streichhölzer bestehen nicht aus Holz, sondern aus einem biegsamen Faserstoff (Quelle: Granma)

Kein Gegenstand ist auf Kuba zu klein oder unwichtig, um nicht einmal von der Parteizeitung „Granma“ behandelt zu werden. Als sich vor wenigen Tagen ein Leser über die anerkanntermaßen bescheidene Qualität der heimischen Streichhölzer beschwerte, beschloss die Redaktion auch dieser Sache nachzugehen. Und förderte dabei erstaunliches zu Tage.

Wer auf Kuba ein Feuer entzünden will, nutzt meistens noch das klassische Streichholz. Die Schachtel kostet einen Peso, umgerechnet etwa vier Cent, und ist überall erhältlich. Allerdings ist die Qualität der Produkte derart schlecht, dass sie nicht selten kaum ihren Dienst erfüllen. Zum einen Weil die Hölzer nicht wirklich aus Holz bestehen, zum anderen weil auch die Reibefläche häufig defekt ist. „Von 100 Stück funktionieren vielleicht zehn“ schrieb ein verärgerter Leser an die „Granma„. „Warum ist es für die Bevölkerung so schwierig die im Land verkaufen Streichhölzer zu entzünden?“, fragt deshalb die Zeitung.

Zahlreiche Kommentare auf dem kubanischen Nachrichtenportal „Cubadebate“ geben ihr darin Recht, dass die Qualität ihrer Streichhölzer vielen Menschen unter den Nägeln brennt. Tatsächlich hat es das Thema im Jahr 2016 sogar auf die Agenda des kubanischen Parlaments geschafft, wurde in einem Bericht des Industrieministeriums behandelt. Damals blieb allerdings nur festzuhalten, dass die Lösung von „Investitionen in neue Technologie“ abhänge. Die heutigen Anlagen zur Herstellung von Streichhölzern stammen nicht selten noch aus den Zeiten vor der Revolution. Doch auch die schlechte Versorgung mit Ersatzteilen und Rohstoffen führte zum Niedergang der Betriebe. Nicht wenige der 146 Millionen Schachteln, die das Land jährlich in zehn Fabriken produziert, gelangen deshalb halbvoll und in minderwertiger Verarbeitung in den Handel.

Kubas Industrieministerium jedenfalls teilt die Kritik der Bevölkerung, verweist jedoch ebenfalls auf die völlig veralteten Anlagen. Als vor vier Jahren die einzige Fabrik die echte Holzstreichhölzer produzieren konnte die Segel streichen musste, wurden andernorts die uralt-Anlagen wieder hochgefahren. Als kurzfristige Verbesserung soll laut Ministerium bald ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Schachteln gedruckt und die Nutzung der Anlagen besser koordiniert werden. In Zukunft, wenn sich Investoren finden und Gelder bereit stehen, will man jedoch dazu übergehen die Maschinen komplett auszutauschen. Dann sollen Kubas Streichhölzer erstmals ausschließlich aus echtem Holz bestehen und der bisher übliche biegsame Faserstoff der Vergangenheit angehören.

Kuba startet Online-Banking Portal

Kubanische Online-Banking-App „Transfermóvil“ (Quelle: cubatotal)

Auf Kuba begann vor wenigen Tagen die Ära des Online-Bankings. Die staatliche „Banco de Crédito y Servicios“ (Bandec) hat den neuen Service nach einer mehrmonatigen Testphase für die Öffentlichkeit freigegeben. Die rund 3,5 Millionen kubanischen EC-Kartenbesitzer können so nach der persönlichen Anmeldung über eine Smartphone-App verschiedene Bankdienste digital abwickeln. Einige der neuen Möglichkeiten richten sich auch speziell an Kunden aus dem Privatsektor.

So können Kubas Cuentapropistas (span.: Arbeiter auf eigene Rechnung) ab sofort ihre Steuererklärung auch in digitaler Form abgeben. Über das Onlineportal „Kiosko“ können darüber hinaus auch Überweisungen getätigt, sowie die Rechnungen für Strom, Wasser und Telekommunikation beglichen werden. Speziell für Cuentapropistas ist die Option gedacht, Gewerbesteuern direkt an die Behörde zu überweisen sowie Kredite abzubezahlen.

Doch auch Privatkunden profitieren von dem neuen Service, der mit einigen technischen Anlaufschwierigkeiten begann. Mittels der App „Transfermóvil“ kann der Kontostand abgefragt, Überweisung getätigt sowie Rechnungen beglichen werden. Die App richtet sich nicht nur an Bandec-Kunden, sondern steht auch Kunden anderer kubanischer Banken zu Verfügung. Die Android-App lässt sich durch einen Besuch in der Filiale aktivieren und ist dann über das Internet sowie Kubas Intranet nutzbar. Auch vom Browser aus ist der neue Service, der sich „Virtual Bandec“ nennt, zu erreichen.

Onlinebanking ist auf Kuba kaum verbreitet. Bisher haben lediglich einige staatliche Unternehmen digitale Überweisungen untereinander abgewickelt, die Erprobung für Privatkunden begann erst im vergangenen Jahr. Mitarbeiter der 1997 gegründeten Bandec waren die ersten, die den neuen Service testeten. Auch wenn die neuen Onlinedienste noch in den Kinderschuhen stecken, rechnen Kubas Banken mit einem raschen Aufholprozess. Derzeit testet die kubanische Post „Correos de Cuba“ einen neuen Dienst, der in Verknüpfung mit dem Onlinebanking das Bezahlen von Rechnungen sowie elektronische Sendungsverfolgung ermöglichen soll.

Bis zum Ende des Jahres sollen auf Kuba mehr als 38.000 Haushalte über private Internetanschlüsse verfügen, während sich die Zahl der öffentlichen WiFi-Hotspots inzwischen auf 500 erhöht hat. Gleichzeitig mit dem Internetausbau auf Kuba will die Insel auch ihr Bankenwesen modernisieren. Die Regierung verspricht sich durch die neuen Online-Dienste mehr Komfort für die Nutzer, kürzere Schlangen in den Filialen sowie weniger Bürokratie bei der Steuerbehörde.

Ein Jahr nach Tod: Kuba und viele Staaten gedenken Fidel Castros

Zentrale Gedenkveranstaltung am 25. November auf den Treppen der Universität Havannas (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Ein Jahr nach dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro gedenken die Kubaner ihres ehemaligen Staatschefs. Am gestrigen Samstag veranstaltete der Jugendverband der Kommunistischen Partei (UJC) auf den Treppen der Universität von Havanna, wo Castro einst studierte, die zentrale Gedenkveranstaltung. Auch andernorts wird das Wirken Fidel Castros in Erinnerung gerufen.

So stiftete die Universidad Nacional Autónoma (UNAN) in Nicaragua kurz vor dem Jahrestag einen Ehrendoktor an Castro für dessen „großen Beitrag zur Menschheit und der Geschichte als Vorkämpfer der Revolution in Lateinamerika“. Zahlreiche Solidaritätsorganisationen in der ganzen Welt werden am Samstag Veranstaltungen zu Ehren Castros ausrichten.

Auf Kuba findet in verschiedenen Institutionen ein umfangreiches Programm statt. Der Künstler Raúl Torres hat dazu seinen Beitrag geliefert. Das Lied „Cabalgando con Fidel“, welches in den Tagen nach seinem Tod vergangenen November zur inoffiziellen Trauerhymne für den verstorbenen Guerillakämpfer wurde, stammt aus seiner Feder. Ein Jahr nach Castros Tod hat Torres mit „Laureles y Olivos“ (Lorbeeren und Oliven) nun ein weiteres Lied zu seinen Ehren veröffentlicht. Torres erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal Cubadebate seine Zuneigung für Castro: „Ich bezeichne mich mit großem Stolz als Fidelista!“

Aus Argentinien kam indes vergangene Woche die Replika der markanten Mütze des „Comandante en Jefe“ nach Kuba. Mitglieder der Organisation der Kubaner in Argentinien haben die 30 Kilogramm schwere Skulptur zusammen mit der dortigen Kuba-Solidaritätsbewegung geschaffen. Sie soll im nächsten Jahr bei der Parade zum 1. Mai zu sehen sein. In Südafrika wurde vergangenen Monat sogar eine Statue Fidel Castros enthüllt, entgegen dem expliziten Wunsch des Verstorbenen, den dieser in seinem Testament niedergelegt hatte.

Das kubanische Nationalballett kündigte an, vom 23. bis zum 26. November ein spezielles Programm zu Ehren des Verstorbenen anzubieten. Hierzu zählt unter anderem die Aufführung des romantischen Stücks „La Bayadère“ mit Musik von Léon Minkus, das 1877 im St. Petersburger Bolschoi-Theater uraufgeführt wurde. Die Veranstaltungen sollen im frisch restaurierten Nationaltheater „Alicia Alonso“ in Havanna stattfinden. Die Parteihochschule „Nico López“ führte eine Konferenz zum Studium des Gedankenguts Fidel Castros durch. Das Zentrum für internationale Beziehungen veranstaltete einen ähnlich gelagerten Workshop, an dem auch der Liedermacher Silvio Ródriguez einen Beitrag lieferte. „Fidel Castros Gedanken waren noch nie so notwendig wie heute“, kommentierte der Leiter der Nationalbibliothek in seinem Redebeitrag auf der Veranstaltung.

Das Gedenken an Fidel Castro reicht bis nach Washington, wo verschiedene Forscher und Solidaritätsgruppen vergangene Woche eine Podiumsdiskussion abhielten. Der puertoricanische Befreiungskämpfer Oscar López Rivera, der seit mehreren Tagen auf Einladung der kubanischen Regierung auf der Insel zu Gast ist, zollte dem verstorbenen Revolutionär bereits am Dienstag an dessen Grab in Santiago de Cuba Tribut. „Ich glaube Fidel gab mir die Kraft, diesen Kampf zu führen“, sagte Rivera. Er war im Mai dieses Jahres nach 36 Jahren Gefangenschaft freigelassen worden.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

Wasser ist Menschenrecht

Tanklastwagen versorgen die Bevölkerung in entlegenen Gegenden sowie im Katastrophenfall (Quelle: RadioBayamo)

In Kuba hat der Hurrikan »Irma« im September nicht nur eine Schneise der Verwüstung hinterlassen – er sorgte auch für heftige Regenfälle und beendete damit eine mehrjährige Dürreperiode, die im Sommer noch zu Engpässen bei der Trinkwasserversorgung geführt hatte. Waren die Stauseen der Insel im Sommer nur zu weniger als 40 Prozent gefüllt, meldete das Nationale Institut für Wasserwirtschaft (INRH) Anfang November einen Stand von 77 Prozent.

Der Regen war dringend notwendig. Die Dürreperiode hatte auf Kuba bereits seit über zwei Jahren angehalten und teils drastische Einschränkungen für Bevölkerung und Landwirtschaft mit sich gebracht. So mussten im Jahr 2015 viele Menschen in Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt im Osten des Landes, durch Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden. […]

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Havanna wird 498 Jahre alt

Seit Oktober steht auf dem „Platz des 13. März“, gegenüber des Revolutionsmuseums, eine neue Statue des kubanischen Nationalhelden José Martí (Quelle: Cubadebate)

Während am heutigen Donnerstag die kubanische Hauptstadt ihr 498. Jubiläum feiert, laufen die Vorbereitungen für den kommenden runden Geburtstag bereits auf Hochtouren. Derzeit wird der historische Gründungsort in der Altstadt, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zu einem Museum ausgebaut. Auch Spielplätze und der Uferbereich im Süden der Stadt werden saniert. Havanna putzt sich heraus, nicht nur für Touristen.

Zu den wichtigsten Ankündigungen, die Stadthistoriker Eusebio Leal zu machen hatte, zählt mit Sicherheit die Sanierung von „El Templete„, dem ersten Gebäude der 1519 gegründeten Stadt. Das am „Plaza de Armas“ gelegene Haus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Straße „O’Reilly„. Diese bekam anlässlich des diesjährigen Jubiläums ihr historisches Eingangstor zurück. Das historische Stadttor in der „Calle O’Reilly“ wurde 1851 errichtet. 1930 wurde es im Zuge des Ausbaus der angrenzenden Uferstraße abgerissen. Bis 2019 soll im „Templete“ zudem ein neues Museum zur Stadtgeschichte eröffnen.

Das älteste Gebäude der Stadt, „El Templete“, wird derzeit zu einem Museum ausgebaut (Quelle: Cubadebate)

Bereits im Oktober dieses Jahres wurde Havanna um eine Attraktion reicher: vor dem Revolutionsmuseum steht seitdem die Replika einer fünf Meter hohen Statue des Nationalhelden José Martí. Das Original wurde im Jahr 1950 im New Yorker Central Park aufgestellt. Stadthistoriker Leal bedankte sich bei der feierlichen Einweihung beim Bürgermeister von New York sowie dem Stadtmuseum der Bronx.

Ein weiteres Projekt läuft im Norden der Altstadt. Die Festung „Castillo de La Punta“ wurde nach den Sturmschäden von Hurrikan „Irma“ aufwändig saniert. Sie eröffnete gestern zeitgleich mit dem „Palacio de los Capitanes Generales“, dem ehemaligen Sitz der spanischen Gouverneure, welcher ebenfalls renoviert wurde. Auch das nahegelegene „Castillo de la Real Fuerza“ wurde für das Jubiläum verschönert. Die Sanierung des archäologischen Museums (Calle Tacón Nr. 4) konnte ebenfalls rechtzeitig abgeschlossen werden. Drei der großen Säle haben wieder für den Publikumsverkehr geöffnet.

Doch Havanna will mit Blick auf das 500. Jubiläum nicht nur für Historiker und Touristen erstrahlen. Neben den Museen wurden mehrere Dutzend Wohngebäude im weniger sanierten Süden der Altstadt vom Büro des Stadthistorikers denkmalgerecht wiederhergestellt. Die Neuordnung des Uferbereichs im südlichen Teil der Altstadt soll indes auch Anwohnern Vorteile bringen. Eine bessere Verkehrsanbindung ist ebenso vorgesehen wie die Sanierung der umliegenden Spielplätze.

Che Guevara bleibt auf Kuba Vorbild

Bei der zentralen Gedenkfeier in Santa Clara nahmen vergangenen Sonntag mehr als 60.000 Menschen teil (Quelle: Cubadebate)

Zum 50. Todestag des argentinischen Revolutionärs Ernsto „Che“ Guevara fand am Sonntag eine große Gedenkveranstaltung an dessen Grabstätte in der kubanischen Provinzhauptstadt Santa Clara statt. Mehr als 60.000 Menschen nahmen an der Zeremonie teil, bei der sich auch Präsident Raúl Castro nach längerer Abwesenheit wieder in der Öffentlichkeit zeigte. Der Museumskomplex erstrahlte dabei erstmals seit vielen Jahren wieder in neuem Glanz.

Das frisch sanierte Denkmal Che Guevaras in Santa Clara (Quelle: 5 de septiembre)

Der 50. Todestag des „Guerillero heróico“ hat sich auf Kuba bereits seit längerem als wichtiges Jubiläum angekündigt. In ganz Lateinamerika fanden Gedenkveranstaltungen statt, während in der letzten Ruhestätte des Argentiniers in der kubanischen Stadt Santa Clara zuletzt rege Renovierungsarbeiten liefen. Eine Thüringer Firma leitete die Sanierungsarbeiten der 1988 eröffneten Anlage, unentgeltlich, ganz im Sinne der hier bestatteten. 1997 wurden die sterblichen Überreste des in Bolivien erschossenen Kämpfers mitsamt seiner Mitstreiter hier bestattet. Der Argentinier, welcher sich später selbst auch als Kubaner sah, war neben Fidel Castro, dessen Bruder Raúl und Camilo Cienfuegos einer der wichtigsten Köpfe hinter der kubanischen Revolution und erster Wirtschaftsminister des neuen Kuba.

Bei der festlichen Veranstaltung, an der auch Familienangehörige und ehemalige Kampfgefährten des Guerillakämpfers anwesend waren, hielt der erste Vizepräsident Miguel Díaz-Canel die zentrale Ansprache. Darin hob er die Rolle Che Guevaras als Vorbild für die Jugend hervor, sein Altruismus sei ein Beispiel dem es zu folgen gelte. „Die historischen Momente sind andere, aber die Gründe zu kämpfen bleiben die selben“, betonte Díaz-Canel. Zugleich warnte er davor, die Ideen Ches zu „leeren Phrasen“ verkommen zu lassen, ihnen gelte es aus Überzeugung zu folgen.

Miguel Díaz-Canel während seiner Rede am 8. Oktober in Santa Clara (Quelle: 5 de septiembre)

Raúl Castros Stellvertreter nahm in seiner Rede auch auf außenpolitische Themen Bezug. Als Antwort auf die Forderung von US-Präsident Trump, der die Aufhebung des von ihm jüngst verschärften US-Embargos an einen Systemwechsel auf der Insel knüpft, sagte Díaz-Canel: „Kuba wird weder Zugeständnisse in seiner Souveränität und Unabhängigkeit machen, noch seine Prinzipien verhandeln oder die Auferlegung von Bedingungen akzeptieren.“ Er erinnerte die Zuhörer an die Worte Guevaras, dass man dem Imperialismus niemals vertrauen könne, „nicht mal ein kleines Stück“.

„Die Veränderungen auf Kuba werden ausschließlich vom kubanischen Volk durchgeführt“, sagte der 57-jährige, der als möglicher Nachfolger von Präsident Raúl Castro gilt. Die jüngste diplomatische Eskalation Washingtons, die Ausweisung von 15 kubanischen Diplomaten im Zuge der „Schallangriff-Affäre“ kritisierte Díaz-Canel scharf. Anonyme Regierungsbeamte hätten „ungewöhnlichen nonsense“ verbreitet, um das Ansehen Kubas als sicheren Ort für seine Besucher zu schädigen. Die US-Regierung sprach in diesem Rahmen auch eine Reisewarnung für ihre Bürger aus, die von Kuba als haltlos zurückgewiesen wurde.