FIHAV 2018: Außenhandelskammer eröffnet Büro in Havanna

Eröffnung des Büros der Deutschen Außenhandelskammer in Havanna am Rande der FIHAV (Quelle: M.W.)

Vergangenen Freitag ist in Kubas Hauptstadt die 36. Internationale Handelsmesse (FIHAV) zu Ende gegangen. Hauptziel der Regierung bei dem jährlich stattfindenden Ereignis ist es, Investoren und Handelspartner zu gewinnen. Mehr als 3.000 Gäste und Aussteller waren vom 29. Oktober bis 2. November zugegen, als das aktuelle Investitionsportfolio vorgestellt wurde. Kubas jüngste Wunschliste umfasst aktuell 525 Projekte im Gesamtvolumen von umgerechnet 11,6 Milliarden US-Dollar (10,2 Milliarden Euro). »Auch wenn sie noch unter dem notwendigen Niveau sind, steigen die ausländischen Investitionen auf Kuba stetig an«, äußerte sich Handelsminister Rodrigo Malmierca optimistisch. Seit Oktober 2017 habe das Land Partner für mehr als 40 neue Projekte mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden Dollar gewinnen können.

Zu den herausragenden zählte Malmierca die Gründung der Innovative Immunotherapy Alliance S. A., dem ersten kubanischen Joint Venture mit einem US-Unternehmen in jüngster Zeit. Beteiligt sind das kubanische Zentrum für Immunologie (CIM) und das New Yorker Roswell Park Comprehensive Cancer Center. Die Firma wird sich in der Sonderwirtschaftszone Mariel (ZEDM), 45 Kilometer westlich von Havanna, ansiedeln. Geschäftszweck ist die Erforschung und Vermarktung neuer Krebsmedikamente. Möglich wurde dies nur dank einiger Ausnahmeregelungen in den US-Blockadegesetzen. Abgesehen davon ging die Anzahl der US-Firmenvertreter auf der Messe stark zurück. »Es ist nicht Kuba, welches US-Unternehmen diskriminiert, sondern es sind die Gesetze der USA«, kommentierte Malmierca.


Aktuelle Zahlen zu ausländischen Direktinvestitionen auf Kuba:

  • Kuba plant, jedes Jahr zwischen 2 und 2,5 Mrd. US-Dollar an ausländischen Investitionen (FDI) zu gewinnen, um ein BIP-Wachstum von 4 bis 5 Prozent zu induzieren. Dies wird als notwendig erachtet, um eine langfristige Wachstumsdynamik zu erzeugen, die zu einer spürbaren Verbesserung des Lebensstandards führt.

  • Seit Oktober 2017 wurden 40 neue Projekte im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht, das Land nähert sich damit erstmals langsam der eigenen Zielmarke.

  • 2018 wurden allein in der ZED Mariel 10 neue Projekte mit einem Volumen von 474 Mio. US-Dollar angesiedelt.

  • Insgesamt konnte Kuba seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes über ausländische Direktinvestitionen im Jahr 2014 (in- und außerhalb Mariels) 134 Projekte im Wert von 5,5 Mrd. US-Dollar gewinnen.

  • Seit Inbetriebnahme der Sonderwirtschaftszone im selben Jahr haben sich dort 41 Nutzer aus 19 verschiedenen Ländern angesiedelt. Es wurden 1,6 Mrd. US-Dollar investiert. 

  • Der aktuelle Investitionskatalog umfasst 525 Projekte im Wert von insg. 11,6 Mrd. US-Dollar, 69 Projekte mehr als in der Vorjahresausgabe.  Es kann zusammen mit dem neuen Katalog der exportierbaren Produkte auf der Seite der Handelskammer eingesehen werden. Zudem wurden weitere Informationen über das Angebot der kubanischen Exporte zusammengetragen.


Seit Eröffnung der Sonderwirtschaftszone nahe dem Containerhafen Mariel im Jahr 2014 konnten dafür 41 neue Projekte mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Dollar vereinbart werden. In diesem Jahr kamen zehn neue mit einer Investitionssumme von 474 Millionen US-Dollar hinzu. So will die vietnamesische Thai Binh Group 2019 eine Fertigungsstätte für Sanitär- und Hygieneartikel eröffnen. Das kubanisch-spanische Joint Venture TGT Caribe errichtet eine Fabrik für Käse und Milchprodukte. Auch Multis wie Nestlé und Unilever haben in Mariel Fuß gefasst. Während viele der Anlagen zunächst für den Binnenmarkt produzieren, soll die Kapazität perspektivisch für den Export erweitert werden. Das würde neue, stabile Einnahmequellen für Kuba erschließen.

Auch die Bundesrepublik versucht mittlerweile auf Kuba Fuß zu fassen. Nach der diplomatischen Entspannung im Rahmen des neuen Abkommens mit der EU, könnte sich die Handelssituation zwischen Deutschland und Kuba perspektivisch Verbessern. Als eine der ersten Firmen in jüngerer Zeit hat der deutsche Orthopädie-Spezialist OttoBock inzwischen einen Deal mit Kuba abgeschlossen. Während die Firma ihre Prothesen und entsprechende Maschinen an Kuba liefert, werden die Techniker vor Ort im Umgang mit der Ausrüstung geschult. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Messe auch das „Büro zur Förderung von Handel und Investitionen in Kuba“ der Deutschen Außenhandelskammer eröffnet.

Denn das Land sucht noch viele weitere Partner. Denn trotz der 1,5 Milliarden Dollar derartiger Neuinvestitionen 2017 konnte das gesteckte Ziel von zwei- bis zweieinhalb Milliarden bisher nicht erreicht werden. Diese Summe wird als notwendig angesehen, um ein dynamisches Wachstum der Wirtschaft zu induzieren, das für die Lösung der strukturellen Probleme des Landes als unabdingbar gilt. „Wir können nicht länger ‚auf Messers Schneide‘ balancieren“, drückte es einst Raúl Castro vor wenigen Jahren aus. Nach einer leichten Rezession 2016 wuchs Kubas Wirtschaft 2017 um lediglich 1,6 Prozent. In diesem Jahr wird mit einem noch schwächeren Plus gerechnet. Im Kontext der anstehenden Währungs- und Lohnreform, die 2019 das gesamte Preisgefüge neu regeln soll, sind dies keine guten Zahlen.

Windeln, welche ab nächstem Jahr von der vietnamesischen Unilever-Niederlassung „Thai Binh Group“ in Mariel gefertigt werden (Quelle: M.W.)

Grund für die problematische Bilanz dürfte vor allem der Rückgang der Exporte von medizinischen Dienstleistungen sein, einst die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Noch vor wenigen Jahren waren mehr als 50.000 kubanische Ärzte im Ausland tätig, davon allein 30.000 in Venezuela. Heute sind es lediglich 11.300, verteilt auf 23 Länder. Nicht wenige davon arbeiten in Brasilien, dessen rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro jüngst mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen drohte. Auch der Tourismus konnte 2018 kaum zulegen, was für die Devisenbilanz des Landes ein weiteres kritisches Jahr bedeutet.

Ausländisches Kapital soll im Rahmen der langfristigen Entwicklungsstrategie 2030 helfen, eine Reihe von Sektoren zu entwickeln. Neben Landwirtschaft und Tourismus zählen hierzu auch Industrie, Lebensmittelherstellung, Bergbau und erneuerbare Energien. Ein großer Solarpark mit 300.000 Paneelen soll ab kommendem Jahr die saubere Stromversorgung auf der Insel signifikant erhöhen. Die notwendigen Kosten in Höhe von 90 Millionen US-Dollar sollen von einem ausländischen Partner finanziert werden. Doch Kuba will deutlich mehr. Konkret umfasst das neue Portfolio unter anderem Vorschläge zur Gründung von Fabriken für die Herstellung von Stromkabeln, Gebäudeaufzügen, LED-Leuchtmitteln, Speiseeis, Glas- und Aluminiumverpackungen, Klimaanlagen und Baumaterialien. Im Rahmen von gleich mehreren Projekte können sich Firmen an der Modernisierung des Transportwesens beteiligen. Auch der Aufbau eines nationalen Recyclingsystems im Wert von 700 Mio. US-Dollar sowie die Gründung eines Pay-TV-Senders steht zur Ausschreibung.

Künftig will Kuba den auch Export seiner medizinischen Dienstleistungen wieder erhöhen. Mobile Krankenhäuser auf dem neuesten Stand der Technik können von interessierten Partnern künftig als Komplettpaket gebucht werden. Sie könnten in kürzester Zeit zum Einsatzort gebracht werden und funktionieren auch in entlegenen Gebieten. Als mögliche Einsatzzwecke kommen unter anderem »Epidemien, Migrationskrisen und Naturkatastrophen« in Frage, wie die Leiterin der Medizinexportfirma SME, Milladys Orraca, während der Messe erklärte.


Aktuelle Projekte in Mariel (Auswahl):

  • TGT Caribe S.A.: am 23. November 2017 genehmigtes Projekt mit 100 Prozent ausländischem Kapital zur Herstellung von Käse und Milchprodukten.
  • Innovative Immunotherapy Alliance, S.A.: am 4. Oktober 2018 genehmigtes Projekt zwischen dem kubanischen CIM und dem US-amerikanischen Roswell Park Center zur Erforschung und Vermarktung von Krebsmedikamenten.
  • Thai Binh Global Investment: am 1. März 2016 genehmigte Fabrik mit 100 Prozent ausländischem Kapital zur Herstellung von Windeln, Binden und anderen Hygieneartikeln mit einer Anfangskapazität von 30.000 Einheiten pro Jahr.
  • Suchel TBV.: kubanisch-vietnamesisches Joint-Venture zur Herstellung von Waschmittel(pulver). Bestätigt am 14. August 2018.
  • Nescor S.A.: Joint-Venture mit Nestlé zur Errichtung einer Fabrik für Kaffee und Kekse, genehmigt 2017.
  • Vidrios Mariel S.A.: kubanisch-italienisches Joint-Venture zur Herstellung von Glasflaschen. Vol.: 90 Mio US-Dollar, könnte 70 Prozent des Glasfalschenbedarfs auf Kuba decken.
  • Vimariel S.A.: 100 Prozent ausländisches Kapital (Vietnam) der „Viglacera“, Infrastrukturentwicklung.
  • Resa Caribe S.A.: 100 Prozent ausländisches Kapital (Spanien), Gerüstverleih und Wartung.
  • China Communications Constructions Company Ltd.: 100 Prozent ausländisches Kapital (VR China); Logistik und Infrastrukturentwicklung.

Die Regierung will zudem auch in anderen Bereichen neue Anreize für Investoren setzen, damit sich diese trotz US-Blockade beteiligen können. Noch immer stellt der schwierige Zugang zu Krediten und Kubas Ausschluss von den internationalen Finanzmärkten aufgrund der 1961 verhängten und seitdem mehrfach verschärften Handelsblockade der USA eines der größten Entwicklungshindernisse für das sozialistische Land dar. Was jedoch im eigenen Handlungsspielraum liegt, soll rasch verbessert werden, so Malmierca.

Hierzu gehört vor allem der Abbau von Bürokratie. Statt mehrerer langwieriger Behördengänge sollen künftig einheitliche Genehmigungsprozesse für Beschleunigung sorgen. Zudem kommt Kuba den Investoren weiter entgegen: Projekte mit 100 Prozent ausländischem Kapital sind zwar lediglich in der Sonderwirtschaftszone vorgesehen. Dort aber wird bereits mehr als jedes zweite Vorhaben in dieser Form realisiert. Präsident Miguel Díaz-Canel hatte ausländische Investitionen am 18. Juni in Havanna als eine »Priorität für das Land« bezeichnet. Dabei müssten auch Risiken eingegangen werden, um neue Einnahmen zu erschließen. Auf diesem Weg sollen nicht zuletzt produktive und gut bezahlte Arbeitsplätze für die eigene, gut ausgebildete Bevölkerung geschaffen werden. »Auch Kuba will Herr seines eigenen Schicksals werden«, sagte Díaz-Canel im September vor der UN-Vollversammlung. (MK, jungeWelt)

Infos:

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Matanzas erhält neues Dieselkraftwerk aus Deutschland

Insgesamt sollen 32 Dieselgeneratoren des süddeutschen Herstellers MTU in Matanzas installiert werden (Quelle: Granma)

Die kubanische Provinz Matanzas verfügt seit kurzem über ein weiteres Kraftwerk zur Stromerzeugung. Wie kubanische Medien berichteten, hat die erste Einheit aus acht Generatoren der MTU Friedrichshafen die Belastungstests erfolgreich bestanden. Nach seiner Fertigstellung soll das Dieselkraftwerk eine Leistung von 67,2 Megawattstunden in das Stromnetz der Insel einspeisen.

Mit den dezentralen Dieselgeneratoren will Kubas Energieversorger vor allem Spitzen im Strombedarf abdecken sowie ausfallbedingte Lücken schließen. Neben der Redundanz soll sich dabei auch die Versorgungsstabilität in der wirtschaftsstarken Provinz erhöhen, zu der auch der Touristen-Hotspot Varadero gehört. Hurrikan „Irma“ verwüstete hier letzten Herbst das thermische Kraftwerk „Antonio Guiteras“, welches zu den wichtigsten Stromerzeugern der Insel gehört. Die Reparaturen an der sowjetischen Anlage dauern voraussichtlich noch bis Mitte des Jahres an.

Insgesamt sollen in dem kleinen Dieselkraftwerk 32 MTU-Generatoren ihren Dienst tun. Die Einspeisung ins Stromnetz wird nächste Woche beginnen. Zu den Vorteilen der Anlage gehört neben der flexiblen An- und Abschaltung auch die Resistenz gegen Umweltphänomene. Matanzas wird damit über die Reparaturphase hinaus weniger auf Stromlieferungen aus anderen Provinzen angewiesen sein.

FIHAV 2017 bringt Aufschwung bei den ausländischen Investitionen

Die 35. Edition der Handelsmesse FIHAV ging vergangenen Freitag in Havanna zu Ende (Quelle: Cubadebate)

Am Freitag ging in Kubas Hauptstadt Havanna die 35. Ausgabe der internationalen Handelsmesse (FIHAV) zu Ende. Zu dem einwöchigen Event waren wieder mehr als 3.400 Aussteller aus 180 Ländern angereist. Kubas Werben um ausländische Investitionen zeigte dabei erstmals Früchte. So konnte die Insel inzwischen ihr selbst gestecktes Ziel erreichen, mindestens zwei Milliarden Dollar an Direktinvestitionen pro Jahr zu gewinnen. Zudem brachte die Messe einige wichtige Geschäftsabschlüsse zu Tage, unter anderem mit US-amerikanischen und deutschen Unternehmen. Ein Überblick:

Der neue Investitionskatalog

Am zweiten Tag der FIHAV stellte Kubas Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca den neuen Katalog über ausländische Direktinvestitionen vor. Die diesjährige Ausgabe konnte nochmals an Umfang zulegen. Die 30 Projekte welche seit der
letzten Messe auf den Weg gebracht wurden, sind entsprechend gestrichen worden. Allerdings kamen 156 neue Projektvorschläge hinzu (29 allein in der Sonderwirtschaftszone Mariel), so dass die gesamte zu Verfügung stehende Investitionssumme nun 10,7 Mrd. US-Dollar verteilt auf 456 Projektvorschläge umfasst. Schwerpunkte sind unter anderem Landwirtschaft, Tourismus, Nahrungsmittelindustrie, Zuckersektor und erneuerbare Energien. Als Novum dieser Ausgabe sollen die Projekte stärker im Rahmen des „Entwicklungsplans 2030“ miteinander verzahnt sein.

Sonderwirtschaftszone in Mariel

  • Kubas Sonderwirtschaftszone in Mariel (ZEDM) konnte in den letzten Jahren neue Investoren gewinnen. So wurden dort insgesamt 31 Projekte aus 13 verschiedenen Ländern bestätigt. Die gesamte Investitionssumme beträgt 1,1 Mrd. US-Dollar. Neben einer runderneuerten Homepage konnte die ZEDM auch die Fertigstellung wichtiger Lager- und Logistikbereiche verkünden. Die ersten Firmen, u.a. das  brasilianisch-kubanische Joint-Venture „Brascuba“ (Zigarettenherstellung), der mexikanische Fleischproduzent Richmeat sowie die französische Baufirma Bouyges haben bereits ihren Betrieb aufgenommen bzw. planen dies bis zum Ende des Jahres zu tun.
  • Zu den jüngst bestätigten Projekten zählt unter anderem die spanisch-kubanische Hotel-Logistikgruppe Logística Hotelera del Caribe S.A., die Firma El Salado S.A. welche sich um die Errichtung von Golfplätzen kümmern wird sowie die spanische TOT Color S.A., welche Farben und Anstriche herstellen will.
  • Die italienische Firma „ARTHIS“ will im Rahmen eines Joint-Ventures eine Fabrik für Einweg-Windeln in der Zone errichten, welche zu günstigen Preisen für den heimischen Markt produzieren wird und im Jahr 2019 eröffnen soll.
  • Weitere bestätigte Firmen werden sich der Herstellung von Hygieneartikeln, der Erdölerkundung, der Vermietung und Reparatur von Industriemaschinen sowie der Lebensmittelherstellung widmen. Auch internationale Multis wie Nestlé (Fabrik für Kaffeepulver, Kekse und andere Produkte) sowie Unilever (Shampoo- und Parfümartikel) sind dabei.
  • Aufgrund der bestehenden Lockerungen des US-Embargos unter der Obama-Administration konnte in diesem Jahr zum ersten Mal ein Geschäftsabschluss mit einem US-amerikanischen Konzern gemeldet werden: Die „Rimco“-Gruppe, welche sich für die Vermarktung von Caterpillar-Produkten in Puerto Rico verantwortlich zeichnet, wird ab 2018 auch in Kuba mit einem Waren- und Logistikzentrum in Mariel vertreten sein. Damit werden Caterpillar-Baumaschinen auch auf der sozialistischen Insel verfügbar gemacht.
  • Das französisch-britische Konsortium „Mariel Solar“ will bis 2018 ein Solarkraftwerk mit einer Leistung von 50 Megawatt in der Sonderwirtschaftszone installieren. Die Kosten für das aus 100 Prozent ausländischem Kapital finanzierte Projekt sollen sich auf schätzungsweise 100 Millionen US-Dollar belaufen.
  • Der niederländische Kran- und Baumaschinenverleiher „Womy Equipment“ hat bereits seine Niederlassung in der Zone eröffnet.

Bisherige Investoren in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (Quelle: ZEDM)

Weitere Projekte

  • Zum ersten Mal seit über 50 Jahren exportiert Kuba wieder Waren in die USA. Die staatliche CubaExport hat ihren Vertrag zum Export von Holzkohle an die US-amerikanische Coaba Trading LLC im Rahmen der FIHAV erneuert. Die Holzkohle wird vor allem aus dem wild wuchernden Marabú gewonnen, der ein großes Problem für die Landwirtschaft darstellt.
  • Der US-amerikanische Traktorenhersteller John Deere wird noch im November anfangen, Traktoren nach Kuba zu liefern. Die nötigen Exportlizenzen konnte der Hersteller aufgrund erfolgter Embargolockerungen Seitens der US-Administration erhalten, die Verhandlungen für den Deal dauerten über ein Jahr. John Deere ist damit neben Caterpillar das zweite US-Unternehmen, welches in jüngster Zeit neue Verträge mit Kuba abschließen konnte. Caterpillar wird jedoch die erste US-Firma mit einer eigenen Präsenz auf der Insel sein. Die Distributionsfirma RIMCO wird ab 2018 Caterpillar-Produkte in der Sonderwirtschaftszone Mariel anbieten.
  • Spaniens Handelssekretärin Maria Luisa Poncela betonte den „guten Stand“ der bilateralen Handelsbeziehungen. Spanien hat einen Teil der vom Pariser Club erlassenen Schulden Kubas in einen 415 Millionen Euro schweren Investitionsfond umgewandelt. Trotz der laut dem kubanischen Außenhandelsminister Cabrisas „schwierigen finanziellen Situation“ der Insel, hat Kuba seine letzten Raten beim Club von Paris rechtzeitig überwiesen. Allerdings gibt es noch Probleme mit den laufenden Konten, Kuba muss noch Zahlungen von rund 60 Millionen US-Dollar an einige Einzelunternehmen begleichen. Aufgrund der angespannten Wirtschaftslage und den Hurrikanschäden durch „Irma“ hat die kubanische Seite in diesem Jahr um die Aufschiebung einiger offener Posten gebeten. Im ersten Halbjahr 2017 konnten Kubas Exporte nach Spanien um 29 Prozent zulegen, die Importe gingen jedoch um 7 Prozent zurück. Das iberische Land ist nach China und Venezuela der wichtigste Handelspartner der Insel.
  • Die spanische Firma  Assyce Yield Energía S.A. sowie die deutsche EFF Solar wollen insgesamt 100 Megawatt an Solarkapazitäten auf der Insel installieren. Beide Projekte werden vollständig aus ausländischem Kapital finanziert und verkaufen den Strom im Rahmen eines Vertrags mit 25 Jahren Laufzeit an Kubas staatlichen Energieversorger UNE. Die Solarparks sollen in den Provinzen Pinar del Río, Artemisa, Mayabeque und Matanzas errichtet werden. Die ersten Anlagen sollen bereits 2018 ans Netz gehen.
  • Der chinesische Omnibushersteller Yutong hat auf der Messe seine neuesten Hybridmodelle vorgestellt. Die Elektrobusse, die Yutong im letzten Jahr mitbrachte, haben sich als zu teuer in der Anschaffung erwiesen. Mit den neuen Hybridbussen will die Firma Havannas Busflotte modernisieren, die größtenteils aus älteren Modellen der Firma besteht. 70 Prozent aller Busse in Kuba stammen von Yutong.
  • Die russische Firma „Ormeto-YUMZ“ will die 30 Mio. US-Dollar-teure Modernisierung einer Stahlfabrik in der Provinz Las Tunas durchführen. Die Anlage hat eine jährliche Kapazität von 177.000 Tonnen. Mit Hilfe der Modernisierung soll eine neue Linie für die Stahlwalzung entstehen, was unter anderem die Importe von Walzdraht verringern soll. Die Erweiterung soll 2020 abgeschlossen sein. Auch die schon vor einigen Jahren angekündigte Modernsierierung des Stahlwerks „Antillana de Acero“ in Havanna war wieder im Gespräch.

Ab diesem Monat importiert Kuba wieder Ladas (Quelle: Cubadebate)

Deutsche Sparkassen schulen ihre kubanischen Kollegen

Eine Filiale der kubanischen Sparkasse (BPA) in Cienfuegos (Quelle: trabajadores)

Wie die „Deutsche Welle“ berichtet, beteiligt sich die deutsche Sparkassenstifung derzeit an einem Projekt zur Förderung von Kleinkrediten auf Kuba, welches die Sparkassen zusammen mit ihrem kubanischen Äquivalent, der „Banco Popular de Ahorro“ (BPA) durchführen. Neben Planspielen und Schulungen geht es dabei auch um den Austausch der Erfahrungen, welche ostdeutsche Sparkassen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung gemacht haben.

Bereits in den Jahren 2000 bis 2002 gab es ein gemeinsames Projekt zwischen der Sparkassenstiftung in Deutschland und den kubanischen Sparkassen. Auch damals ging es bereits um Mitarbeiterschulungen. 2015 wurde jedoch eine neue Vereinbarung unterzeichnet, die im vergangenen Jahr auch auf die kubanische Zentralbank ausgedehnt wurde.

Erste Ergebnisse der Zusammenarbeite zeigen sich DW zu Folge in der Touristenhochburg Trinidad, wo im vergangenen Jahr erstmals Kleinkredite im Rahmen der Sparkassen-Kooperation vergeben wurden. „In der Pilotfiliale der BPA in Trinidad wurden im vergangenen Jahr erste Kleinkredite erfolgreich eingeführt und in diesem Jahr ist die Ausweitung auf das ganze Land geplant“, sagt der Geschäftsführer des deutschen Sparkassenverbandes, Nicolaus Bergmann, gegenüber der Deutschen Welle.

Zu den Parallelen mit der Entwicklung aus der DDR sagt Bergmann: „Sie [die ostdeutschen Banken, Anm. d. Autors] hatten einen Überschuss an Einlagen, aber keinerlei Erfahrung mit der Vergabe von Krediten und der Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Kunden. Dies war vor Kurzem auch die Ausgangslage der BPA.“

Derzeit gibt es rund 530.000 private Kleinunternehmer auf Kuba, sogenannte „Cuentapropistas“, zu deutsch etwa: Arbeiter auf eigene Rechnung. Die Ausgabe entsprechender Lizenzen in rund 200 Berufen wurde im Zuge der laufenden Wirtschaftsreformen seit 2011 stark vereinfacht. Ihre Zahl ist von damals 150.000 kontinuierlich gewachsen und stagniert nun seit rund einem Jahr.

Vor allem der Zugang zu Kapital und Krediten ist für die privaten Selbstständigen, aber auch für staatliche und genossenschaftliche Wirtschaftsakteure, ein großes Problem. Aufgrund der US-Blockade verweigern viele Banken das Geschäft mit Kuba, weswegen die Regierung sehr sparsam mit ihren Devisen umgehen muss. Mögliche Finanzspritzen durch die Deutschen Sparkassen könnten dem chronisch unterkapitalisierten kubanischen Bankensektor daher nützen.

Die „Banco Popular de Ahorro“ ist neben der „Banco Metropolitano“ und der „Banco de Créditos y Servicios“ eine der drei großen Banken des Landes. Kubas Bankensektor wurde im Zuge einer Reform zuletzt 1997 restrukturiert und modernisiert und befindet sich weiterhin in staatlicher Hand. Seit einigen Jahren arbeitet die kubanische Zentralbank auch mit ihrem vietnamesischen Gegenpart zusammen, um das kubanische Bankenwesen zu modernisieren.

Neben Eigenkapital und klaren Bedingungen zur Kreditvergabe fehlt es den Banken auch an geschultem Personal und der technischen Infrastruktur. Die Geldautomatendichte auf Kuba ist noch immer recht gering, obwohl in den letzten Jahren mehrere hundert neue Geräte aus China hinzugekommen sind. Die BPA ist die einzige kubanische Bank mit einem landesweiten Filialnetz. Sie unterhält 400 Zweigstellen, die mehr als 3 Millionen Kunden bedienen, davon beziehen 1,9 Millionen Kredite von der Bank.

Kuba baut modernes Dieselkraftwerk mit deutscher Technologie

Die Baustelle bei Cienfuegos, im Hintergrund die Ölraffinerie (Quelle: 5 de septiembre)

In der Küstenstadt Cienfuegos wird derzeit Kubas größtes und modernstes Dieselkraftwerk errichtet. Der Bau begann am 9. Januar. Noch vor Ende des Jahres soll das Kraftwerk ans Netz gehen, wie die Tageszeitung „Granma“ berichtet. Mit einem Investitionsvolumen von 36 Mio. US$ ist das Projekt für die Insel der umfangreichste Kraftwerksneubau seit dem Ende des Kalten Krieges.

Das Kraftwerk wird mittels 40 Motoren betrieben, die eine Leistung von 84 Megawattstunden (MWh) liefern. Damit können 60 Prozent der Haushalte der nahe gelegenen Stadt Cienfuegos mit Strom versorgt werden, wie der nationale Energieversorger UNE berichtet. Zum Einsatz kommen dabei Dieselmotoren der deutschen Firma MTU, welche hierzulande vor allem als Zulieferer für die Rüstungsbranche sowie im Bereich der Schiffsmotoren bekannt ist. Bereits im Rahmen der 2005 gestarteten „Energierevolution“ kaufte Kuba zahlreiche MTU-Dieselmotoren, die zur dezentralen Energieversorgung beitragen.

Das Kraftwerk wird in unmittelbarer Nähe der Ölraffinerie von Cienfuegos errichtet, welche im Jahr 2008 mit venezolanischer Hilfe modernisiert wurde. Mit einer Kapazität von 65.000 Barrel pro Tag ist sie die größte des Landes. Die Versorgung des Kraftwerks mit Treibstoff soll dabei durch eine direkte Leitung zur Raffinerie erfolgen, was Transportkosten spart.

Der Bau, welcher auf einer Fläche von 5,7 Hektar erfolgt, ist bereits zu 15 Prozent abgeschlossen. Dies meldeten kubanische Medien kurz vor dem Besuch des Politbüromitglieds Ramiro Valdés Anfang April auf der Baustelle. Kuba plant, bis zum Jahr 2030 mindestens 24 Prozent seines Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien zu erzeugen. Die schrittweise Abschaltung der alten sowjetischen Schwerölkraftwerke sowie ihre Ersetzung durch effizientere Technik ist Teil des Programms.

Keine Bank für deutsches Startup in Havanna – wie das US-Embargo Kuba noch immer ausbremst

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Eigentlich sollten die Bedingungen für Geschäfte mit Kuba langsam besser werden, dachte sich Oliver Doehring, als er nach gut sechsmonatiger Vorbereitungszeit am 1. Juli dieses Jahres zusammen mit Kollegen sein Startup „oldcarshavana.com“ auf den Weg brachte. Über die Webseite lassen sich Rundfahrten mit alten US-Schlitten auf Kuba buchen. Schnell und unkompliziert, mit fairen Preisen und großer Auswahl, verspricht Doehring. Bereits nach wenigen Wochen ging die Anzahl der Buchungen durch die Decke. Noch immer steht das Geschäft jedoch vor großen Hindernissen, die nicht zuletzt auf die Wirtschaftsblockade gegen die Insel zurückzuführen sind.

Startup-Boom in Havanna

Aktuell vermitteln Doehring und seine Crew über 40 Fahrzeuge in Havanna und Varadero. Vom 48’er Buick bis hin zum ausgefallenen Cadillac Meteor von 1952 bleiben dabei kaum Wünsche offen. „Bei den Fahrzeugen hat die Medaille die berühmten 2 Seiten: Einerseits ist es grandios wie sich diese alten amerikanischen Schlitten in Kuba gehalten haben, auf der anderen Seite sind fehlende Ersatzteile und mangelndes Arbeitsgerät natürlich immer noch ein Problem. Viele Fahrzeuge bewegen sich auf Kuba nur, weil es (ähnlich wie im damaligen Osten) die Menschen gelernt haben Mängel mit viel Zeit und ‚Tüftel-Kunst‘ zu beheben“, sagt Doehring gegenüber „Cubaheute“.

Online lassen sich dabei verschiedene Touren buchen. Von der zweistündigen Stadtrundfahrt für 60 CUC bis hin zur 10-Stunden „Havana-Varadero-Tour“ ist alles dabei. Doehring bereist die Insel bereits seit über 10 Jahren, zusammen mit seinem kubanischen Freund Alejandro hat er das Startup gegründet. „Die Idee zu „oldcarshavana.com“ hat Alejandro an uns herangetragen. Zum einen ist er stolzer Besitzer eines BUICK von 1948, zum anderen ist er tatsächlich eine dieser Persönlichkeiten die (wie wir Deutschen sagen) den ‚Hintern dreht‘ um Geld zu verdienen“, berichtet Doehring. Mittlerweile haben die beiden mehrere Fahrer und einen deutschen Kfz-Mechaniker unter Vertrag, der den Zustand der Autos überprüft.

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Mehr als 40 verschiedene Autos lassen sich von Doehrings Website aus buchen (Quelle: oldcarshavana.com)

Das Geschäft läuft gut. Zwischen 20 und 30 Touren werden jeden Monat gefahren, die meisten Kunden kommen aus Kanada, Europa und den USA. Trotz Reiseeinschränkungen für US-Bürger „Der US-amerikanische Tourismus ist im vollen Gange und wächst nahezu täglich“, meint Doehring. Doch das über 50 Jahre alte Wirtschaftsembargo macht dem jungen Startup bis heute schwer zu schaffen. Die größten Schwierigkeiten bereite ihnen dabei nicht die kubanische Seite, sondern deutsche Banken.

Keine Überweisungen von Deutschland nach Kuba

Eines der größten Hindernisse: Überweisungen von Deutschland aus nach Kuba sind derzeit nicht über deutsche Banken zu realisieren. „Hier ist es leider so, dass die letzten deutschen Banken jede Geschäftsmöglichkeit in Richtung Kuba im Februar diesen Jahres eingestellt haben. Begründet wurde das telefonisch mit dem bestehenden Bankenembargo der USA“, erklärt Doehring. Er ist dabei bei weitem nicht allein,viele deutsche Mittelständler klagen bereits seit Jahren über ähnliche Probleme bei Investitionen auf Kuba. Trotz des Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Gabriel Ende 2015 habe sich an der Situation nichts geändert. Das angekündigte deutsche Wirtschaftsbüro existiert bis heute nicht, stattdessen hat sich sogar die einzige im Kuba-Geschäft verbliebene deutsche Bank mittlerweile zurückgezogen.

Doehring und sein Team, das von Geschäftswegen auf stabile Bankverbindungen mit der Insel angewiesen ist, wollten das natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Ohne Bankverbindung, können die Kunden keine Vorauszahlungen leisten, was auch für das Startup zu mehr Aufwand führt – zweimal im Jahr müssen die Einnahmen aus Kuba „ausgeflogen“ werden. Doch auch ein Anruf beim Bundeswirtschaftsministerium führte nicht zum Erfolg. Im Gegenteil, „dort wusste man noch gar nichts davon, dass deutsche Banken die Geschäftsmöglichkeit in Richtung Kuba eingestellt hat“, berichtet Doehring gegenüber „Cubaheute“.

Immerhin hat sich nun ein Mitglied der künftigen deutschen Wirtschaftsdelegation der Sache angenommen, die Beantwortung einer Anfrage beim zuständigen Staatssekretär steht noch aus. Nach letzten Informationen der deutschen Botschaft arbeiten von deutscher Seite lediglich die DZ Bank sowie die hessische Landesbank überhaupt noch mit Kuba zusammen, daran werde sich auch nichts ändern, so lange die USA kein klares Statement ausgeben, das mit Blick auf Kuba Rechtssicherheit für die Banken schafft.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Sanktionen gegen Banken, die mit Kuba Geschäfte machen. Zuletzt wurden die französische BNP Paribas sowie die deutsche Commerzbank wegen Geschäften mit Iran und Kuba zu Strafzahlungen in Milliardenhöhe verdonnert. Trotz der Wiederannäherung zwischen Kuba und den USA sowie den ersten Lockerungen der Blockade (so sind nun Zahlungen in US-Dollar offizieller wieder erlaubt), halten sich die praktischen Auswirkungen in engen Grenzen, viele Banken fürchten sich noch immer vor hohen Strafzahlungen. „Leider ist es so, dass, sollte sich die Einstellung unserer Banken nicht ändern, deutsche Unternehmen beim wirtschaftlichen Aufbau Kubas nur eine höchst untergeordnete Rolle spielen können“, urteilt Doehring.

Da „oldcarshavana“ nicht länger auf die deutschen Banken warten kann, versucht das Team derzeit seine Transaktionen auf eine spanische Bank auszulagern. Für den Journalisten Doehring, der seit 1992 selbstständig ist, ist dieser Umweg dabei alles andere als optimal: „Fakt ist, Kuba öffnet sich Stück für Stück und immer mehr. Dieser Prozess ist im vollen Gange und wir sind gerade dabei die Entwicklung im Bereich ‚internationale Wirtschaftsbeziehung mit Kuba‘ zu verschlafen. Da werden Chinesen und Amerikaner erheblich schneller sein.“

Kuba und Deutschland beraten Kooperation im Umweltsektor

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Der deutsche Staatssekretär Jochen Flasbarth (Quelle: T-Online)

 

Havanna. Kuba und Deutschland erörtern derzeit neue Möglichkeiten der Kooperation im Umweltsektor und bei der Verminderung und Vorbeugung der Folgen des Klimawandels. Bei seinem jüngsten Kuba-Aufenthalt traf der Staatssekretär im
Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, auf Vertreter der kubanischen Ministerien für Wissenschaft und Technologie, für Umwelt, für Energie und Bergbau sowie des nationalen Instituts für Wasserwirtschaft.

Bei den Zusammenkünften stand insbesondere die Zusammenarbeit beim Alexander-von-Humboldt-Nationalpark auf dem Programm, der im Jahr 2001 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Flasbarth betonte nach seinem Besuch den großen Wert der Biodiversität in dem Areal, das auch „auf wirtschaftlichem Gebiet von enormer Wichtigkeit“ sei, so der Staatssekretär

Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien wurde diskutiert. Flasbarth hob im Gespräch mit der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina die Bedeutung der Pläne der kubanischen Regierung hervor, bis zum Jahr 2030 mindestens 24 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Insbesondere den Ausbau der Sonnenenergie sowie von Biomasse-Kraftwerken bewerte der Staatssekretär als sinnvoll.

Andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit sieht Flasbarth bei der Verarbeitung und Klärung von Wasser und der Reinhaltung der Luft. Er machte deutlich, dass auch finanzielle Unterstützung in diesen Anliegen in Frage käme. „Allerdings wollen wir nicht als Alleswisser oder Besitzer von universellen Lösungen erscheinen“, betonte Flasberth. Es sei Sache Kubas abzuwägen, ob Deutschland ein geeigneter Partner für die Arbeit bei Umweltprogrammen sein könnte.

von Marcel Kunzmann / Amerika21