8. Dezember 2022

Erstes US-Kubanisches Geschäftsforum tagt in Havanna

In der kubanischen Hauptstadt Havanna hat am Dienstag ein Geschäftsforum zwischen Kuba und den USA begonnen. Bei dem von der kubanischen Handelskammer organisierten Treffen fanden sich interessierte Investoren und Interessengruppen diverser Branchen aus den USA ein.

Im Rahmen des Events sind Vorträge und Konferenzen über den Stand der bilateralen Beziehungen und die Möglichkeiten für ausländische Direktinvestitionen angesetzt. Darüber hinaus sind Besuche im Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) und Havannas 2020 gegründetem Technologiepark geplant. Das CIGB zeichnete sich unter anderem für die Entwicklung des kubanischen Corona-Impfstoffs „Abdala“ verantwortlich.

Wie Handelskammer-Präsident Antonio Carricarte erklärte, soll gemeinsam analysiert werden „wie das aktuelle Geflecht von Blockadegesetzen und Sonderlizenzen genutzt werden kann, um die Beteiligung von US-Geschäftsleuten an der Entwicklung Kubas zu erhöhen“. Aufgrund der geographischen Nähe und ihrer Stellung in der Weltwirtschaft könnten die USA ihren Anteil an den kubanischen Importen deutlich ausbauen, der aktuell mit 370 Millionen US-Dollar bei Gesamtimporten von 8 Milliarden Dollar sehr niedrig ausfällt. Insbesondere im Privatsektor sei die Nachfrage hoch. „Diese Zahlen zeigen auf, welches Potential US-Unternehmern entgeht“, so Carricarte.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel bedankte sich auf der Veranstaltung bei den Gästen und bekräftigte den Willen seiner Regierung, die Beziehungen zwischen beiden Ländern auszubauen. „Ihr seid diejenigen, die Brücken anstelle von Mauern errichten wollen“, sagte das Staatsoberhaupt. Trotz ideologischer Differenzen könne ein Dialog auf Basis von Respekt entstehen, so Díaz-Canel.

Vergangenes Jahr hat sich Kuba erstmals explizit an Investitionen aus den USA und der kubanischen Exilgemeinde interessiert gezeigt. Darüber hinaus wurde beschlossen, die neu eingeführten kleinen und mittleren Unternehmen sowie den Groß- und Einzelhandel für ausländische Investitionen zu öffnen.

Im Mai kündigten die USA an, „das Wachstum des kubanischen Privatsektors durch besseren Zugang zu US-Internetdiensten und Plattformen für den elektronischen Handel“ unterstützen zu wollen. Hierfür sollten „neue Wege für den Zahlungsverkehr mit unabhängigen kubanischen Unternehmen“ gefunden werden. Praktische Auswirkungen hatte der Schritt bislang nicht, etwaige Sonderlizenzen konnten aufgrund der anhaltenden Finanzsanktionen nicht in Geschäftsabschlüsse umgemünzt werden.

„Biden hat sein Versprechen nicht gehalten, im wesentlichen zur Kubapolitik von Barack Obama zurückzukehren“, erklärte der Präsident von Focus Cuba Consulting, Peter Phillips, auf der Veranstaltung. (Amerika21)

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