Kuba erlaubt Anbau transgener Pflanzen

Transgener Mais soll in Kuba höhere Erträge erzielen (Quelle: Pixabay)

Kuba hat ein neues Gesetz erlassen, das den Anbau gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft erlaubt. Damit will die Insel die kontrollierte Nutzung transgener Pflanzen zur Verbesserung der Ernährungssicherheit nutzen. Kuba muss 70 Prozent der im Land verbrauchten Lebensmittel importieren, wovon der größte Teil durch lokale Produktion ersetzt werden könnte.

Bereits seit 2004 forscht das kubanische Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) an genetisch verändertem Saatgut, um höhere Erträge zu erzielen. Dabei wurden Pflanzenarten wie Süßkartoffeln und Tomaten modifiziert. 2009 startete das Land erstmals Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen im Anbau. 2017 wurden größere Experimentreihen mit transgenem Mais und Soja begonnen, welche offenbar erfolgreich verliefen.

Das Parteiorgan Granma beschrieb die grüne Gentechnik im Rahmen einer Debatte über das Thema vor einigen Jahren als einen der „herausragendsten wissenschaftlichen Fortschritte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. Ein großer Teil der Kritik an gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln komme von „fehlenden Informationen, schlechter Ausbildung und missbräuchliche Praktiken einiger globaler Saatguthersteller“. Wie kubanische Wissenschaftler betonten, würden gentechnisch veränderte Produkte und die monopolisierten Vermarktungspraktiken internationaler Konzerne gerne zusammengeworfen, obwohl die Technik selbst enormes Potential biete.

Mit dem neuen Gesetz, das am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht wurde, soll jetzt der Weg „auf geordnete und kontrollierte Weise“ frei gemacht werden, um die eigenen wissenschaftlichen Methoden zur Anwendung zu bringen. Eine nationale Kommission zur Nutzung gentechnisch veränderter Organismen soll gegründet werden, welche deren Einsatz überwacht und genehmigt. Dabei müssen entsprechende Studien zur Unbedenklichkeit und Sicherheit der Projekte durchgeführt werden. „Wir sagen nicht, dass das der einzige Weg ist, aber es ist eine weitere Alternative“, erklärte Armando Rodríguez Batista bei der Vorstellung des Gesetzes im Ministerium für Wissenschaft, Umwelt und Technologie (A21).

8 Gedanken zu „Kuba erlaubt Anbau transgener Pflanzen

  1. Der Hauptvorteil von transgenem Mais ist ja seine Herbizidtoleranz. Mehr Ertrag durch weniger Schädlinge, die leichter weg gespritzt werden können.
    Gesundheit und Natur sind da scheinbar nicht so wichtig.
    Die Regierung Kubas nimmt sich ein Beispiel an Brasilien und den USA. Bravo!
    Nach den Dollar-Läden die zweite erschreckende Nachricht in so kurzer Zeit.

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    • Das darf nicht wahr sein.
      Leider kann ich die Insel von nun an nicht mehr besuchen. Keinen Havanna Club, keinen Honig mehr.
      Das schmerzt

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      • soweit würde ich jetzt nicht gehen.

        Gentechnisch veränderte Produkte müssen hierzulande ja gekennzeichnet werden. Das gilt dann hoffentlich auch für den Rum :-)

        Und ich freue mich schon auf die nächste Kuba Reise und hoffe, dass bald wieder eine möglich wird.

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  2. auch wenn Ihr meinen Kommentar schon gestrichen habt. Es bleibt dabei. Ich werde nicht mehr nach Cuba kommen. Und ich werde nicht der Einzige sein

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  3. Cuba ist ein kleines Land. Was soll es machen, wenn ringsherum außer manchmal lautstarken nutzlosen Phrasendreschen dagegen doch nur Lebensfeindlichkeit herrscht ?
    Würden hier vor der eigenen Haustüre Lebensfeindlichkeiten gekehrt, welche im Land des Grundgesetz gar nicht da sein dürften, könnte vielleicht allein davon auch cubanischer Rum ursprünglich bleiben….

    Bewerber für einen Sitz in einem Bundestag gemäß Art. 48 Grundgesetz
    https://www.facebook.com/groups/344423505912730/

    Hanno Krzak

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