ETECSA senkt die Preise für mobiles Internet

Das mobile Internet wird auf Kuba immer besser (Quelle: pxhere)

Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA hat am Freitag neue Tarifoptionen für das mobile Internet bekannt gegeben. Dabei wurden die bestehenden Datenpakete um weitere Optionen erweitert, die den Preis pro Megabyte deutlich senken und das mobile Internet damit für große Teile der Bevölkerung erschwinglich machen.

Weiterlesen

Havannas neues Einkaufszentrum „Cuatro Caminos“ ist (wieder) eröffnet

Nach Tumulten bei der Eröffnung am 16. November wurde das Einkaufszentrum am Dienstag offiziell wieder eröffnet (Quelle: ACN / Cubadebate)

Kubas Hauptstadt hat zu ihrem 500. Geburtstag nicht nur eine herausgeputzte Altstadt erhalten, sondern verfügt seit dieser Woche auch über eine brandneue Shopping-Mall, die in der historischen Markthalle „Cuatro Caminos“ untergebracht ist. Seit Dienstag ist das Einkaufszentrum wieder zugänglich, nachdem die Eröffnung am Samstag unter einem denkbar schlechten Stern stand.

Weiterlesen

Havanna wird 500 – ein runder Geburtstag in schwierigen Zeiten

Das 1929 errichtete Kapitol Havannas wurde aufwändig saniert und wurde zum Jubiläum aufwändig beleuchtet (Quelle: G.V.)

Mit einem großen Feuerwerk vor dem frisch restaurierten Kapitol wurde am Samstag Abend der 500. Jahrestag der kubanischen Hauptstadt begangen. Die hatte sich zum historischen Jubiläum ordentlich herausgeputzt. Gefreut haben sich über die Feier jedoch vor allem die Habaneros selbst, denn der Kuba-Tourismus ist derzeit auf Talfahrt.

Weiterlesen

Käsekauf in Havanna – eine Anekdote über die „interne Blockade“

Käsetheke im Supermarkt „3ra y 70“ in Havanna (Quelle: eigene Aufnahme)

Es besteht kein Zweifel, dass die angespannte Lage im kubanischen Einzelhandel der schwierigen externen Situation des Landes geschuldet ist, woran die US-Wirtschaftsblockade einen großen Anteil hat. Doch es gibt auch immer wieder Momente, in denen „el bloqueo interno“, die interne Blockade, Menschen auf dieser Insel zum Verzweifeln bringt. Ein Bericht über einen Käseeinkauf in Havanna.

Weiterlesen

Das Berliner Ensemble zu Gast in Havanna

Havannas „Teatro Martí“ am Rande der Altstadt wurde 1884 errichtet und 2014 nach aufwändiger Restauration wiedereröffnet (Quelle: eigene Aufnahme)

Zum ersten Mal in seiner Geschichte weilt das legendäre „Berliner Ensemble“ derzeit zum Gastspiel in Havanna. Im Rahmen des 18. internationalen Theaterfestivals führte die 1954 von Berthold Brecht gegründete Theatergruppe den „Kaukasischen Kreidekreis“ am Sonntag in Havannas altehrwürdigem „Teatro Martí“ auf.

Weiterlesen

Bessere Bedingungen und neue Routen für Havannas gelbe Sammeltaxis (+ Karte)

Seit Januar sind rund 400 gelbe Mikrobusse als Ergänzung für Havannas ÖPNV-Netz im Einsatz (Quelle: Cubadebate)

Wie Kubas Transportministerium vergangene Woche bekannt gegeben hat, werden die gelben Sammeltaxis („Gazellas“), welche seit Anfang des Jahres das ÖPNV-Angebot in Havanna ergänzen, künftig eine zusätzliche Route bedienen. Die bisherigen Strecken wurden ebenfalls überarbeitet. Mit neuen Regeln will der Staat darüber hinaus das Angebot sowohl für Fahrgäste als auch die Taxidienstleister selbst attraktiver gestalten.

Seit dem Start des neuen Routentaxi Dienstes diesen Januar, haben die 400 gelben Mikrobusse im Schnitt 5.000 tägliche Fahrten absolviert und damit jeden Tag rund 70.000 Passagiere befördert. Der Spitzname „Gazella“ leitet sich aus dem Namen des 1932 gegründeten russischen Herstellers Gorkowski Awtomobilny Sawod (kurz: „GAZ„) ab. „Seit dem Start des Angebots wurde der Transportdienst konstant überprüft, was zur Aufdeckung einiger Probleme sowohl auf Seiten der Passagiere als auch aus Sicht der Fahrer geführt hat“, erklärte Kubas Vize-Transportministerin Marta Oramas, gegenüber dem Nachrichtenportal „Cubadebate„.

Aus diesem Grund werden ab dem 13. Mai einige neue Regeln in Kraft treten, welche das Angebot optimieren sollen. Hierzu zählt beispielsweise eine neue Routenführung, um die Versorgung der Pendler in den Wohngebieten außerhalb der Innenstadt weiter zu verbessern. Darüber hinaus sind die Sammeltaxis nun verpflichtet, zur Hauptverkehrszeit zwischen 6 Uhr 30 und 21 Uhr ausschließlich die vorgegebenen Routen zu bedienen, an den Haltestellen dürfen maximal fünf Minuten verweilt werden. Damit reagiert das Ministerium auf Kritik der Bevölkerung, wonach manche der Sammeltaxi-Betreiber die rush hour abgewartet haben, um anschließend auf eigene Rechnung zu arbeiten. Die eigentlich vorgesehenen Routen wurden oft gar nicht mehr bedient. Um die Verluste durch das neue Modell auszugleichen werden die privaten Fahrer, welche die Fahrzeuge in Zweierteams vom Staat pachten, künftig bessere Vertragsbedingungen erhalten.

Auch bei der Transparenz gibt es Fortschritte. Um die Orientierung zu erleichtern, muss die genaue Routenführung in Zukunft noch besser sichtbar im Fahrzeug ausgehängt werden, zudem soll die Motorhaube mit der entsprechenden Nummer beschriftet werden, so dass die Ziele der Sammeltaxis schon von weithin sichtbar sind. Der Preis bleibt mit 5 kubanischen Pesos (ca. 0,20 €) pro Streckenabschnitt konstant.

Seit 2016 läuft in Havanna ein Prozess der Restrukturierung des Nahverkehrs, welcher neben einer massiven Ausweitung der staatlichen Busflotte auch die Einführung von genossenschaftlichen und privaten Transportdienstleistern als Ergänzung vorsieht.

Die neuen Routen im Detail:

  • Ruta 11 con origen Base Taxis 82 en San Miguel del Padrón y destino en calle 27 y O, Vedado. (Modificación: alargamiento de la ruta a un tercer tramo, des Infanta y calle 27 hasta la Liga Contra la Ceguera en Marianao; su recorrido continúa por San Lázaro a Infanta, calle 23, avenida 41 hasta hospital Pando Ferre (La Ceguera). El regreso utiliza calle O a Infanta, continuando su recorrido habitual. Por lo cual la ruta quedaría con origen Base Taxis 82 en San Miguel del Padrón y destino en Hospital Pando Ferrer (La Ceguera, Marianao)
  • Ruta 13 con origen El Roble, Guanabacoa y destino en calle 11 y K, Vedado. (Modificación: Alargamiento de la ruta a un tercer tramo, continuando por calle Línea y 3ra avenida hasta 1ra y 70 en Playa. Por lo cual la ruta quedaría con origen El Roble en Guanabacoa y destino en 1ra y 70, Playa.)
  • Ruta 15 con origen en el Edificio 18 Plantas Alamar y destino calle 5ta y D, Vedado. (Modificación: Cambiar el itinerario de retorno, por Galeano, Reina, Monte, Monserrate, Túnel de La Bahía, a su recorrido habitual. Ello permite un mayor acceso de la población de Alamar, en el retorno hacia su municipio.)
  • Ruta 17 con origen Managua y destino Parque de La Normal. (Modificación: Cambio de recorrido en ida de Managua hacia el parque de La Normal, circulando por 1er Anillo, Ave Rosario, Calzada Güinera a Calzada Bejucal, continuando por su recorrido habitual. Mantiene el recorrido de regreso actual, al no existir posibilidad de cruzar el 1er anillo. Mantiene su estructura de cuatro tramos, el segundo punto de intercambio en el puente de Calabazar se traslada para Calzada de Güinera y Calzada de Bejucal.
  • Ruta 18 con origen en Micro X en Alamar y destino Parque de La Normal. (Modificación: Alargamiento de ruta- mantiene dos tramos- hasta la piquera ubicada en calle 11 e/ K y J, en el Vedado; continua por calle Infanta, San Lázaro, Calle L, hasta calle 11 y K. A su regreso utiliza 7ma, calle O, Infanta a su recorrido habitual. Por lo cual, la ruta quedaría origen Micro X, Alamar con destino calle 11 y K, Vedado y mantiene dos tramos.)
  • Ruta 22 con origen en el Reparto Bahía y destino Parque de La Normal. (Modificación: Alargamiento de la ruta a un tercer tramo, cambiando el destino final de la ruta hasta la piquera de calle D, entre 25 y calle 27, Vedado. De Salvador Allende (Carlos III), Infanta, Calle 25, Calle G, Calle 29 hasta calle D. A su regreso por calle 23, calle J, Universidad, calle G, Carlos III a su recorrido habitual. Incrementa la distancia a 19.22 km, por lo que los tramos y las señales de intercambio sería: 1er tramo, desde el Reparto Bahía hasta el Cristo con 8.5 km; segundo tramo hasta el Parque el Curita con 6 km y el tercer tramo hasta piquera en Calle D, Vedado, con 4.72 kilómetros. Por lo cual, la ruta quedaría con origen Reparto Bahía, con destino a calle D y 27, Vedado.
  • Neue Route: Ruta 24 con origen Jaimanita, Playa y destino 27 y O en el Vedado. Recorrido: Calle 236, Jaimanita-3raC-Calle 240-5ta Avenida-Calle 120- 5ta B (paradero de Playa)- Avenida 112-3ra- Calle 70- Calle 29F-Calle 76- Avenida 31- Calle Línea- Calle O hasta 27 y O. En su retorno utiliza Infanta, Calle L a Calle Línea, en vez de Calle O y Calle 29E, después de calle 76 a su recorrido. Con el primer tramo 5ta B y 120 (paradero de Playa), el segundo tramo en Avenida 31 y calle 76, La Ceguera y el tercer tramo en 27 y O, Vedado.

Karte der Sammeltaxi-Routen in Havanna:

Die neuen Routen im Detail

Kein Kommunismus mehr auf Kuba? (+ Verfassungsentwurf als PDF)

Die Vizepräsidentin des kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft, Noemí Rabaza (Quelle: eigene Aufnahme)

Kuba hat gestern den vom Parlament beschlossenen Entwurf einer neuen Verfassung veröffentlicht, die einige strukturelle Veränderungen am bisherigen Modell vornehmen wird. „Cubaheute“ sprach aus diesem Grund mit Noemí Rabaza, der Vizepräsidentin des kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP), über die laufenden Reformen, die Solidaritätsarbeit des Landes, Kubas Verhältnis zu den USA und China sowie über die Rolle des Kommunismus auf Kuba.

Cubaheute: Das „Kubanische Institut für Völkerfreundschaft (ICAP)“ wurde im Jahr 1960 gegründet, um die Solidarität mit der kubanischen Revolution – und die von der Revolution ausgehende Solidarität – zu koordinieren. Erzähl uns doch ein wenig, was ihr beim ICAP so macht. Was sind eure aktuellen Projekte, welche Aktionen habt ihr in letzter Zeit durchgeführt?

Rabaza: Unsere wichtigste Aufgabe ist heute der Kampf gegen die Blockade. Jeden 17. eines Monats [in Anspielung an die Aufnahme der Normalisierung der Beziehungen mit den USA am 17. Dezember 2014, Anm. d. Aut.] führen wir Veranstaltungen mit der internationalen Solidarität im Kampf gegen die US-Blockade durch. Wir veranstalten im ICAP dazu viele Workshops mit Fachleuten und Künstlern, bei denen wir Besuchern dort die Folgen der Blockade näher bringen. Die wirtschaftliche Situation ist aktuell sehr angespannt. Wir befinden uns derzeit in einem der schwersten Momente unserer Geschichte, der durch die finanzielle und wirtschaftliche Blockade sowie durch die politische Subversion weiter verschärft wird.

Dennoch ist Kuba nicht nur Empfänger von Solidarität sondern wir sind ein Land, das die solidarische Hilfe als Teil seiner Grundwerte ausübt. Unser Ideal ist die Unterstützung der gerechten Kämpfe in der Welt, wir kämpfen deshalb Seite an Seite mit Venezuela, Nicaragua und anderen Bewegungen zusammen. Wir wissen was die bolivarische Revolution in Venezuela für den Kontinent bedeutet, dessen Einheit uns am Herzen liegt. Der Handel zwischen Lateinamerika und Europa ist nach wie vor sehr ungleich. Erst mit vereinten Kräften können wir hier etwas erreichen.

Cubaheute: Auch das Verhältnis zwischen Kuba und den USA birgt viele Schwierigkeiten. Die Blockade existiert weiterhin, während sich die Beziehungen unter Donald Trump deutlich verschlechtert haben. Welche Perspektive siehst du für Zukunft der Beziehungen zwischen Kuba und den USA?

Rabaza: In Bezug auf die Beziehungen mit den Vereinigten Staaten gehen wir davon aus, dass diese sich erst entwickeln werden wenn sie uns und unsere Prinzipien respektieren, wenn sie akzeptieren, dass diese nicht zur Verhandlung stehen. Sei es unter Obama, sei es unter Trump oder jeglichem anderen Präsidenten: wenn die USA dies nicht akzeptieren, werden sich die Beziehungen nicht entwickeln.

Die USA wollten uns bestimmte Bedingungen diktieren, unter denen die Beziehungen zu laufen hätten. Getreu nach dem Motto: wir helfen euch hier, wenn ihr euch dort ein wenig verändert. Aber wir werden unsere Souveränität nicht aufgeben. Das Verhältnis zu den USA wird jetzt und in Zukunft von gegenseitigem Respekt abhängen. Ohne den gibt es keine Beziehungen.

Cubaheute: Reden wir über die Freunde Kubas. Vielen dürfte neu sein, dass die Volksrepublik China mittlerweile euer wichtigster Handelspartner ist. Darüber hinaus gibt es regen Austausch zwischen den beiden regierenden Kommunistischen Parteien. Wie bewertest Du die Rolle Chinas?

Rabaza: China ist ein Freund und unser wichtigster Handelspartner. Unsere Beziehungen zu China basieren auf gegenseitigem Respekt und der ernsthaften Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen. Die Beziehungen zu China waren immer auf Augenhöhe. Sie haben niemals von uns verlangt, unser System zu ändern und genauso wenig haben wir ihnen vorgeschlagen, dass sie ihr Wirtschaftsmodell ändern sollten. Wir respektieren das Wirtschaftssystem Chinas, und China respektiert das kubanische Modell.

Darüber hinaus hängt die Entwicklung des Handels von unseren eigenen Möglichkeiten ab. Der wirtschaftliche Austausch ist wohl nicht der selbe wie jener, den wir mit der Sowjetunion hatten oder heute mit Venezuela haben, das ist eine andere Form des Austauschs. Dennoch sind die Chinesen enge Alliierte und Freunde. Wir sind sehr dankbar für alles, was China für Kuba leistet.

Cubaheute: Das ICAP arbeitet naturgemäß sehr eng mit den verschiedenen Kuba-Solidaritätsgruppen zusammen. Wo siehst Du die Herausforderungen für diese Arbeit in den kommenden Jahren?

Rabaza: Wir möchten gerne, dass uns die Solidaritätsbewegungen weiterhin begleiten, wie sie es immer getan haben. Dass sie Vertrauen in uns und unsere Revolution setzen und wissen, dass die Veränderungen die wir vorschlagen niemals zur Preisgabe unserer Prinzipien führen. Wir werden den Weg zum Sozialismus niemals aufgeben oder unser System ändern. Was wir wollen ist ein Sozialismus, der prosperierender und nachhaltiger ist, der aber weiterhin Sozialismus bleibt. Die Herausforderung für unsere Freunde besteht darin, dies zu verstehen und Vertrauen in uns zu haben. Wir werden wie einst Che sagte nicht einen Fingerbreit unserer Prinzipien zur Disposition stellen. Wir wollen unser wirtschaftliches Modell weiter entwickeln, um langfristig mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Gleichheit zu erreichen ohne jedoch das Prinzip des Sozialismus aufzugeben.

Ein weiteres Ziel wäre, dass die Solidaritätsbewegung mehr Jugendliche erreicht, um eine Kontinuität der Generationen zu erlangen. Viele der jüngeren Generation kennen die historischen Kämpfe der kubanischen Geschichte genauso wenig wie die schweren Jahre der Sonderperiode. Dieses Wissen weiterzugeben, wird eine Aufgabe sein.

Cubaheute: Vergangene Woche hat das kubanische Parlament den Entwurf der Verfassungsreform diskutiert. Was sind für dich die wesentlichen Merkmale dieser neuen Verfassung? Welche Art von Sozialismus will Kuba errichten?

Rabaza: Wir bauen ein sozialistisches Modell, das prosperierend, nachhaltig, demokratisch, fair und gerecht ist. Die neue Verfassung basiert auf diesen Prinzipien und unterfüttert sie mit 89 neuen Kapiteln, die alle mit der sozialen Entwicklung zu tun haben, mit einer größeren sozialen Integration und Einbindung der Bevölkerung. Die Leute fragen: Warum wurden die Voraussetzungen für die Ehe für alle in den Entwurf aufgenommen? Warum spielt die Religion darin eine Rolle? Wenn man all diese Punkte zusammennimmt, zeigt sich, dass die neue Verfassung inklusiver ist und gleichzeitig mit Blick auf die Zukunft erarbeitet wurde.

Bei einer Verfassung geht es nicht nur um die Gegenwart, sondern wir wollen hier mit langfristiger Perspektive einige sehr grundlegende strukturelle Veränderungen umsetzten, mit dem Ziel, die Regierung näher an das Volk zu bringen. Es wird einiges an Bürokratie verschwinden. Darunter Mechanismen, die heute Volk und Regierung entfremden, beispielsweise die Mittelstruktur der Provinzparlamente. Vor allem die Rolle der Gemeinden soll gestärkt und die Umsetzung politischer Beschlüsse dynamischer werden.

Diese Veränderungen werden ab dem 13. August bis zum 15. November im Rahmen breiter Volksaussprachen diskutiert. In den ersten Monaten des kommenden Jahres wird es dann ein Referendum geben, bei dem die Bevölkerung mit Ja oder Nein über den Entwurf abstimmen kann.

Dabei ist die Verfassung kein isoliertes Ereignis, sondern logische Folge der „Leitlinien zur Wirtschafts- und Sozialpolitik“, die im Jahr 2011 beschlossen wurden und die einige grundlegende Änderungen mit sich brachten: Leute können heute ihr Haus oder ihr Auto verkaufen oder auf eigene Rechnung arbeiten. Nach den „Leitlinien“ folgte die Konzeptualisierung unseres Wirtschaftssystems. Wir haben eine aus dem Sozialismus hergeleitete Planwirtschaft, die allerdings noch kein ganzheitliches Konzept hat. Unser neues Wirtschaftskonzept legt fest, dass der Mensch im Mittelpunkt aller gesellschaftlichen Bemühungen stehen muss, wie Martí bereits gesagt hat. Auch die soziale Gleichheit und Gerechtigkeit wird darin verankert.

Dieser auf 10 Jahre angelegte Prozess wird voraussichtlich im Jahr 2030 seine ersten Früchte tragen. Dennoch: Wir sind noch immer ein unterentwickeltes Land, mit einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Ausgangslage für die es keine „magischen Formeln“ gibt. Die Antwort auf diese Herausforderungen unserer Entwicklung muss daher lauten: Arbeiten, arbeiten, und nochmals arbeiten.

Cubaheute: Bei manchen Beobachtern hat die Streichung des Begriffs „kommunistische Gesellschaft“(*) aus dem Verfassungsentwurf für Irritation, bei anderen für Häme gesorgt.

Rabaza: Kuba kämpft weiter für den Kommunismus als langfristige Vision, unsere Kommunistische Partei wird ja auch weiterhin so heißen. Allerdings ist das eine sehr langfristige Aufgabe, die an objektive materielle Voraussetzungen geknüpft ist, die bei uns noch für sehr lange Zeit nicht gegeben sein werden. Darüber hinaus gibt es auch internationale Voraussetzungen: Kuba wird als einzelnes Land wohl kaum in die kommunistische Gesellschaft übergehen können.

Unsere bisherige Verfassung stammt aus dem Jahr 1976, als es noch ein großes sozialistisches Lager gab und die Vision des Kommunismus deutlich näher schien als heute. Mit der neuen Verfassung wollen wir uns der gesellschaftlichen Realität annähern und deshalb das Ziel einen „prosperierenden und nachhaltigen Sozialismus“ zu errichten, in den Mittelpunkt stellen.


* So heißt es im aktuellen Entwurf (Artikel 5): „Die Kommunistische Partei Kubas, alleinig [único], martianisch, fidelistisch und marxistisch-leninistisch, organisierte Avantgarde der kubanischen Nation, ihren demokratischen Charakter und die direkte Verbindung mit dem Volk erhaltend, ist die führende Kraft von Gesellschaft und Staat. Sie organisiert und orientiert die gemeinsamen Anstrengungen auf den Aufbau des Sozialismus. Sie arbeitet zum Erhalt und Stärkung der patriotischen Einheit der Kubaner und zur Entwicklung ethischer, moralischer und ziviler Werte.

In der bisherigen Verfassung von 2002 heißt der selbe Artikel: „Die Kommunistische Partei Kubas, martianisch und marxistisch-leninistisch, organisierte Avantgarde der kubanischen Nation, ist die führende Kraft von Gesellschaft und Staat welche die gemeinsamen Anstrengungen hin zum hohen Ziel des Aufbaus des Sozialismus und dem Voranschreiten bis zur kommunistischen Gesellschaft organisiert und orientiert.

Im ursprünglichen Text von 1976 lautet die Formulierung: „Die Kommunistische Partei Kubas, organisierte marxistisch-leninistische Avantgarde der Arbeiterklasse, ist die führende Kraft von Gesellschaft und Staat welche die gemeinsamen Anstrengungen hin zum hohen Ziel des Aufbaus des Sozialismus und dem Voranschreiten bis zur kommunistischen Gesellschaft organisiert und orientiert.

Der gesamte Verfassungsentwurf im folgenden als PDF:

Entwurf der neuen kubanischen Verfassung als PDF